Der Vorkurs Deutsch im AWO Kinderhaus Abenteuerland
Sprache - der Schlüssel zum Verstehen
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Sprache ist die wichtigste Form des wechselseitigen Verständnisses zwischen Menschen |
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Mit der Sprache lernen wir nicht nur Worte, sondern auch Werte,
Traditionen und auch Verhaltensregeln |
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Sprache vermittelt Kultur und ist unentbehrliches Medium zur Identitätsentwicklung |
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Sprache ist eine Quelle für Missverständnisse, da Kommunikationspartner
eine Entschlüsselungsleistung bezüglich der verbalen und nonverbalen Elemente zu erbringen haben. |
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Die Entschlüsselungsleistung, also das Erkennen und das zuverlässige Zuordnen von Kommunikationsanteilen in kognitiver und emotionaler Hinsicht ist abhängig von Alter, Entwicklung, Erfahrung und Kultur
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Ausgangsbasis des Vorkurses
An einem "Vorkurs Deutsch lernen vor Schulbeginn" nehmen jene Kinder teil, deren Eltern beide nichtdeutscher Herkunft sind und einer Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse bedürfen.
Die Kursteilnahme verbessert die Startchancen der Kinder in der Schule.
Der Vorkurs, dem eine Erhebung des Sprachstandes des Kindes vorausgeht, findet während des gesamten letzten Kindergartenjahres statt.
Wir bieten den Vorkurs in der Schulzeit an drei Vormittagen in unserem Haus an, wobei zwei Einheiten von einer Lehrerin aus der Jean-Paul-Schule und zwei Einheiten von einer Erzieherin aus unserem Kinderhaus geleitet werden.
Die beiden Teile ergänzen sich durch einen intensiven Austausch zwischen der Lehrerin und der Erzieherin zu einem Ganzen. Fachgespräche, in denen sich das Kinderhaus und Grundschule über einzelne Kinder namentlich und vertieft austauschen, finden in der Regel erst im letzten Jahr vor der Einschulung statt. Mit dem Aufnahmevertrag und mit der Anerkennung der Konzeption als Bestandteil des Aufnahmevertrages geben die Personensorgeberechtigten ihre Einwilligung in den fachlichen Austausch zwischen Kinderhaus und Grundschule. Nur so kann das Kinderhaus seinen gesetzlichen Auftrag erfüllen.
Der Inhalt des Vorkurses stellt nichts Losgelöstes zum Leben der Kinder dar. Die sprachlichen Anreize und Themen sind aus dem Leben und Umfeld der Kinder entnommen.
Die Freude am Sprechen und die Partizipationsmöglichkeit der Kinder bei der Gestaltung der Inhalte der einzelnen Einheiten stehen im Vordergrund.
Der Ablauf des Vorkurses wird von uns dokumentiert. Eltern erhalten jederzeit Einblick in die Dokumentation.
Bei den Entwicklungsgesprächen mit den Eltern über das einzelne Kind erhalten die Eltern Einsicht über die Sprachstandserhebung im SISMIK.
Bildungs- und Erziehungsziele der Sprachförderung
nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)
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Motivation und Fähigkeit, sich sprachlich mitzuteilen und mit anderen auszutauschen
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Entwicklung und Ausdifferenzierung vielfältiger non-verbaler Ausdrucksformen (z.B. Körpersprache, Mimik, Intonation)
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Sprechfreude beim Kind wecken
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Fähigkeit und Motivation, Gefühle und Bedürfnisse auch sprachlich auszudrücken
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Aktiv zuhören können
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Interesse am Dialog, Dialogfähigkeit (z.B. zuhören, auf die Äußerungen von anderen eingehen und diese aufgreifen, Gesprächszeiten von anderen respektieren)
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Sprachbezogene Verhandlungs- und Konfliktlösungsstrategien entwickeln
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Literacy – bezogene Interessen und Kompetenzen
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Verständnis und Gebrauch von nicht – situativ gebundener Sprache, d.h. von sprachlichen Mitteilungen, die sich nicht auf die unmittelbare Situation beziehen oder auf etwas, das beiden Gesprächspartnern vertraut ist (Kinder erzählen z.B. vom Urlaub)
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Sprachliche Abstraktionsfähigkeit entwickeln (Begriffsbildung)
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Textverständnis entwickeln (längeren Erzählungen folgen, den Sinn eines Textes verstehen und diskutieren können; den Bezug zwischen Texten und den eigenen Erfahrungen herstellen; verschiedene Textsorten und Medien vergleichen können)
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Zusammenhänge und Abfolgen mittels Sprache herstellen (z.B. eine Geschichte zusammenhängend erzählen können, einen Spielablauf formulieren)
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Freude am Geschichten erzählen entwickeln
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Entwicklung von Interessen und Kompetenzen rund um Bücher und Buchkultur, Schreiben und Schriftkultur („Literaturkompetenz“, Interesse an Büchern und Geschichten, Lesefreude, Interesse an Schrift)
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Freude und Interesse an Laut- und Wortspielen, Reimen, Gedichten; Entwicklung eines differenzierten phonologischen Bewusstseins
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Bewusstsein für Sprache als „Sprache“ entwickeln (z.B. Umschreibung; aus dem Zusammenhang die Bedeutung eines Wortes erschließen; Sprachen vergleichen)
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Kenntnis verschiedener Sprachstile und Textsorten erwerben (z.B. Alltagsgespräch, Märchen, Sachinformation, Höflichkeitsregeln)
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Einsatz verschiedener Sprachstile, verschiedener „Register“ – je nach Situation und Gesprächspartner
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Zwei- und Mehrsprachigkeit
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Neugierde auf fremde Sprachen entwickeln und Mehrsprachigkeit als Bereicherung und Lebensform ansehen
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Entwicklung von Zwei- und Mehrsprachigkeit, aktive Bemühung um Mehrsprachigkeit
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Flexible, situationsangemessene Nutzung verschiedener Sprachen und Sprachstile
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Entwicklung einer sprachlich – kulturellen (auch mehrsprachigen) Identität
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Funktionen der (Zweit-) Sprache Deutsch in der Elementarerziehung
Kommunikations- und Mitteilungsfunktion
(Beobachtungen und Erlebnisse, Empfindungen und Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse sowie Gedanken, Meinungen und Absichten ausdrücken.)
Sozial- oder Beziehungsfunktion
(Ausländische Kinder können sich erst dann als integriertes Mitglied der Kindergartengruppe fühlen, wenn sie den sprachlichen Kommunikationsprozess vollständig verstehen und darin einbezogen werden.)
Lernfunktion
Konfliktregulierungsfunktion
(Konflikte, an denen die ausländischen Kinder mit einer unzureichenden deutschsprachigen Kommunikationsfähigkeit beteiligt sind, scheitern oftmals und die sprachlich überlegenen Kinder "siegen".)
Kooperationsfunktion
(Solange die ausländischen Kinder sich sprachlich nicht oder nicht altersentsprechend an den gemeinsamen Handlungsabsprachen und Planungen beteiligen können, sind selbstständige Gruppenaktivitäten kaum möglich.)
Geistige Funktion
(Das Erkennen von Zusammenhängen kann bei ausländischen Kindern nur gelingen, wenn die Basis in der Muttersprache angelegt ist und die entsprechenden deutschen Ausdrucksmöglichkeiten vermittelt werden.)
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