Integrative Arbeit

Seit September 1999 arbeiten wir in unserer Einrichtung integrativ und fördern Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Entsprechend des Bedarfes und unserer Möglichkeiten bieten wir Plätze im Rahmen der Einzelintegration an und unterstützen die Familien auf diesem Weg. Grundlage dafür ist der Artikel 11 des BayKiBiG, der besagt:

"Kinder mit Behinderung und solche, die von Behinderung bedroht sind, sollen in Kindertageseinrichtungen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut und gefördert werden, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das pädagogische Personal hat die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung und von Kindern mit drohender Behinderung bei seiner pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen".
Das Leben in einer Kindertagesstätte ist wie ein Blumenstrauß - Große und kleine Blumen, verschiedene Farben, Formen und Ausprägungen sind da zu finden. übertragen so auch in unserem "Abenteuerland" viele Kinder in ihrer Vielfältigkeit und Einzigartigkeit.

Alle Kinder erleben und gestalten entsprechend ihrer Persönlichkeit verbunden mit den Interessen, Möglichkeiten und Fähigkeiten gemeinsam ihren Kindergartenalltag.
Integration im Kindergarten ist somit wesentlich mehr, als eine reine Mitaufnahme eines behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindes.
Die Gefahr der Sonderrolle / Vereinzelung für das Kind mit Behinderung und seiner Eltern wird damit minimiert und der Weg einer Integration im Sinne von NICHT-AUSSONDERUNG geebnet. Unsere Aufgabe ist es nicht primär die behinderungsspezifische Einzelförderung (zuständig hierfür ist das externe Fachpersonal); sondern die Realisierung des gemeinsamen Alltags und des Gruppenlebens entsprechend den individuellen Möglichkeiten des Kindes.

Kinder mit Behinderung zeigen sich fröhlich, traurig, neugierig, laut, leise, zornig, liebesbedürftig...... wie jedes andere Kind auch.

Sie haben Stärken, Fähigkeiten und Neigungen, denen ebenso fachkompetent Rechnung getragen werden muss, wie auch ihren besonderen Bedürfnissen und Beeinträchtigungen- eben wie bei anderen Kindern auch.
In der Gemeinschaft erfahren Kinder die Andersartigkeit als Lebensmöglichkeit und Bereicherung in ihrer Wechselwirkung Eine entwicklungsbezogene Individualisierung ist Grundlage der integrativen Pädagogik, die den individuellen Bauplan eines Kindes berücksichtigt und entsprechende Angebote ableitet.

Das Prinzip der sozialen Inklusion, wonach Kindern mit besonderen Bedürfnissen an allen Aktivitäten und Angeboten für Kinder in Kindereinrichtungen teilnehmen und sich voll partizipieren dürfen und sollen, stellt ein wesentliches Element in unserer integrativen Arbeit da.

Im Vordergrund stehen die Möglichkeiten und Kompetenzen der Kinder - nicht ihre Defizite.
"Nicht gegen den Fehler sondern für das Fehlende" (Paul Moor)
Unterschiedlichkeiten stellen Chancen dar, durch die wir voneinander lernen und unseren Alltag gegenseitig bereichern können.

Wir sind der Meinung, dass gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung, grundsätzlich allen Kindern mit besonderen Bedürfnissen offen stehen soll.
Gemeinsame Erziehung soll möglichst wohnortnah stattfinden, um den nachbarschaftlichen Kontakt aller Kindern und deren Eltern zu ermöglichen. Deshalb haben wir uns für die Einzelintegration in unserer Einrichtung entschlossen.

Freiwilligkeit aller Beteiligten an Integration ist Ziel: Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung, Träger, pädagogische Fachkräfte sollen freiwillig auf Grund einer Überzeugung an der gemeinsamen Aufgabe mitwirken.

Im pädagogischen Alltag bedeutet dies für uns:

Die Basis der pädagogischen Arbeit ist von gegenseitiger Akzeptanz und Zusammengehörigkeit geprägt.

Bei der Zusammensetzung der Gruppe streben wir eine gewisse Vielfalt der Kinder bezogen auf Geschlecht und Alter an. Faktoren wie Persönlichkeiten der Kinder und spezifische Behinderungsbilder fließen ebenso in die Gestaltung der Gruppenzusammensetzung mit ein.

Im Vordergrund unseres pädagogischen Wirkens steht die Individualisierung von Lernprozessen. Jedes Kind kann sich entsprechend seinen Möglichkeiten, individuellen Voraussetzungen und Neigungen mit in den Gesamtprozess einbringen und für sich Erfolge verzeichnen. Die Montessori Pädagogik gibt uns hier eine solide Grundlage für unser pädagogische Tun.

Integration bedeutet für uns aber nicht nur die Arbeit mit den Kindern.

Am Prozess beteiligt sind Eltern, externe pädagogische Fachdienste und wir im Zusammenwirken.

Für die pädagogische Planung ist die intensive Beobachtung unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit und Individualität der Persönlichkeit eine wichtige Grundlage. Ausgehend von Vorgesprächen und Beobachtungen erfolgt ein individueller Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsplan für das Kind mit Behinderung, gemeinsam mit den Eltern und mit dem externen pädagogischen Fachdienst.

"Hier liegt die wichtige Aufgabe von Eltern, Erziehern und der gesamten Mitwelt, das Kind in seiner Persönlichkeit und mit seinen Bedürfnissen zu beobachten und ernst zu nehmen" (Maria Montessori)

Klare, überschaubare, individuelle Regeln und Grenzen für das soziale Zusammenleben und den Alltag werden mit allen Kindern erarbeitet, festgehalten und weiterentwickelt. Das "Hier und Jetzt" ist entscheidend, die Engagiertheit von Kindern bei und in allen Lern- und Alltagsprozessen zu fördern ist ein wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.

Die Kinder werden durch ihr aktives Miteinbeziehen ernst genommen. (gegenseitige Hilfestellung unter den Kindern, Große für Kleine; motorisch versierte für motorisch eingeschränkte....) so werden Worte wie Respekt und Würde mit Inhalt und Taten gefüllt.

INTEGRATION heißt für uns: " der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken...(ist) der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen." (Maria Montessori)

 

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